Klammspitztour 

30.05. bis 02.06.2026

 

Es war eine Idee.. ein Versuch….

Mal wieder für ein paar Tage in die Berge… mit netter und bergtauglicher Begleitung…

Also eine Tour in Querbeet anbieten, ja das mag ich mal ausprobieren… die Tour, Zeitraum und Maximalzahl der Gruppe war schnell festgelegt…die Hüttenbuchung über die mittlerweile eingerichteten Onlineportale ging unkompliziert vonstatten.

Wider Erwarten war die Tour dann beim Märzstammtisch auch schon voll…

Gleich zu Beginn stand schon fest, dass ich es mit lauter alten Bergfexen zu tun hatte. Ich konnte also entspannt sein, alle wussten, worauf sie sich einlassen würden….

Die Zeit bis zu unserer Tour verging wie im Fluge, die Entscheidung für Öffis als Reisemittel war getroffen. Ein Teil der Gruppe entschied sich bereits am Vortag nach Füssen anzureisen und dort zu übernachten, um den ersten Tourentag mit rund 9 km Strecke und 1000 hm Anstieg möglichst früh und entspannt anzutreten, die anderen starteten am Samstag früh um 6 Uhr in Erlangen und liefen um ca. 11:30 Uhr von Hohenschwangau zum Tegelberghaus los.

Anfangs boten die Königsschlösser und die Massen an Touris aus aller Herren Länder noch eine gewisse Entspanntheit, danach kannte der Weg erbarmungslos nur mehr eine Richtung:  steil nach oben… Aber irgendwann war auch diese erste Hürde geschafft und wir waren bei einem kühlen Getränk auf der Terrasse des Tegelberghauses mit seiner fantastischen Aussicht wieder als Gruppe vereint.

Drei von uns haben am Abend noch den Abstecher zum Hausberg des Tegelberghauses, dem Branderschrofen unternommen. Neben der noch fantastischeren Aussicht gab s dann noch erstaunliche Begegnungen mit einigen Steinböcken, die in der Region angesiedelt sind.

Gestärkt durch ein reichhaltiges Frühstück nehmen wir am nächsten Morgen bei optimalem Wanderwetter die anspruchsvolle 2. Etappe über 2 Gipfel, die Krähe und die Ammergauer Hochplatte in Angriff. Teilweise mit gemischten Gefühlen, es sind immerhin 14,4 km Strecke und 900 hm Anstieg zu bewältigen. Außerdem ist die Passage über die Hochplatte stellenweise ausgesetzt, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind deshalb unabdingbar.

Gemeinsam, so wie es sich für Bergkameraden gehört, haben wir alle die heiklen Stellen super gemeistert und glücklich und zufrieden um ca. 18 Uhr, gerade noch rechtzeitig vor dem Regen, die Kenzenhütte, unser Übernachtungsquartier erreicht.

Wie schon am Abend zuvor, haben wir die Zeit bis zur Hüttenruhe um 22:00 Uhr mit Kartenspielen ausklingen lassen.

 

Am nächsten Morgen …… Regen.

Die noch anspruchsvollere Etappe über den Klammspitzgrat bei Regen… zu gefährlich… Franzi, die Hüttenwirtin der Kenzenhütte rät dringend ab und schlägt die Alternativroute über Schloß Linderhof vor. Die Hälfte der Gruppe entscheidet sich definitiv für die Alternativroute und freut sich schon auf eine Besichtigung des Schloßparks und einen Stopp bei Kaffee und Kuchen.

Der Rest der Truppe ist noch unentschieden…bis zum Abzweig sind es noch ca. 45 min. gemeinsamen Wegs. OK, wir probieren es… der Entschluss ist gefasst. Der Regen hat inzwischen aufgehört, teilweise lichten sich die Wolken und die Sonne spitzt durch.

Leider nicht nachhaltig. Windböen, Nebelschwaden, leichter Regen, Sonnenschein und herrliche Ausblicke ins Voralpenland wechseln sich nahezu minütlich ab.

Die Stimmung ist auf ganz eigene Art dramatisch, ja mystisch. Die anspruchsvollen Stellen, größtenteils ohne Drahtseilversicherung erfordern volle Konzentration.

Dann, am Gipfel der Großen Klammspitze angekommen ….. ein kurzer Moment….. die Wolken reißen auf, die Sonne kommt durch und unter uns… ein riesiger Regenbogen…

Ein Moment für die Ewigkeit…. Staunen… Glück… Empfindungen, die wir Vier nahezu gleichzeitig erlebten.

Nach dem Gipfel noch ein bisschen Kraxelei und nach rund einer halben Stunde sind wir wieder in sicherem Gelände.

Der weitere Weg zum Pürschlinghaus über die Brunnenkopfhäuser (leider Ruhetag) … führte uns auf in ständigem Auf und Ab auf schmalem Pfad durch traumhaften Bergwald.

Nahezu zeitgleich trafen wir mit der Linderhof-Fraktion am Pürschlinghaus ein.

Eine schöne Hütte…vor einem Jahr neu renoviert und bestens geführt….

 

Auch unser letzter Tag begann mit reichhaltigem Frühstück und Sonnenschein.

Wir hätten einen direkten Weg nach Oberammergau wählen können, aber wir hatten Zeit und vor allem Lust auf einen schönen Rückweg, der uns erst über den Sonnengrat, dann auf dem Königssteig am Ammergauer Kofel vorbei auf schmalem und teils auch anspruchsvollem Pfad nach Oberammergau führte.  Die Strecke war rund 9 km lang und nur 170 hm im Aufstieg, allerdings viel Abstieg.

Gerade mit dem Regen hatten wir den Ort und eine schöne Eisdiele erreicht. Nach einer Stärkung mit Cappuccino und Apfelstrudel ging es dann zum Bahnhof…

Für mich ein intensives und  unvergessliches Bergerlebnis mit tollen Begleitern.

Danke Bärbel, Bettina, Harald, Katharina, Margit, Mike und Wolfang, dass ihr dabei wart.

Eure Karin

 

Organisation und Text: Karin O.

Bilder: Bärbel, Bettina+Harald,  Karin, Wolfgang