
SaaleHorizontale – Wandern über Jena
03. bis 09.05.2026
Eine 20-köpfige Querbeet-Gruppe ging Anfang Mai nicht in die Horizontale, sondern auf ihr – auf der SaaleHorizontale rund um Jena.
Die Wanderung am ersten Tag führte uns von Lobeda-Klinikum hinauf zur Lobdeburg – gleich der erste kräftige Anstieg. Danach ging es auf dem Panoramaweg weiter: mal bergauf, mal bergab, mal links, mal rechts. Immer wieder boten sich imposante Ausblicke ins Saaletal, auf Jena und für Weitblickende sogar bis zum Thüringer Wald.
Die Mittagspause verbrachten wir – ganz wie einst die Adligen – am Fürstenbrunnen. Anschließend führte der Weg erneut steil bergauf, vorbei an der Studentenrutsche, durch lichten Buchenwald hinein ins Ziegenhainer Tal.
Am zweiten Tag zeigte sich, wer über welche Kondition verfügte. Vom Ziegenhainer Tal ging es im steilen Anstieg hinauf zum Fuchsturm – die „Morning Challenge“ des Tages. Doch der wunderschöne Wanderpfad unter dem frischen Grün der Laubbäume versöhnte schnell wieder bis nach Wogau.
Zur Freude aller führte der Weg erneut bergauf – hinauf zum Jenzig. Auf seinem Rücken konnten wir nicht nur Mittagspause machen, sondern auch das herrliche Panorama mit Blick über Jena genießen. Danach führte uns die Route durch Laubwald und über Felder ins nächste Tal nach Laasan.
Da niemand so erschöpft war, dass er abkürzen wollte, nahmen schließlich alle auch den dritten steilen Anstieg des Tages zur Kunitzburg in Angriff – eine prima Leistung von allen!
Der dritte Tag stand ganz im Zeichen des Genusses: eine nahezu horizontale Wanderung von Zwätzen zu den Dornburger Schlössern. Stets liefen wir auf dem Höhenzug parallel zur Saale, was immer wieder wunderschöne Ausblicke ermöglichte.
Die Dornburger Schlösser, den „Balkon Thüringens“ zu besuchen ist ein Muss, wenn man in der Gegend ist: eine äußerst gepflegte Gartenanlage mit Bauwerken aus Spätmittelalter, Renaissance und Rokoko (Drei Schlösser, drei Charaktere).
Diesen drei Wandertagen gemeinsam war der gesellige Abschluss mit einem „Ankunftsbier“ (Zitat Peter) – wahlweise am Marktplatz oder in der Strandbar 22 an der Saale im Paradies. Letzteres erinnerte mich irgendwie an Tschaikowskys Schwanensee.
Der vierte Tag, normalerweise stets der Höhepunkt einer Wanderwoche, war geprägt von Dauerregen. Ein Engländer würde sagen: It’s raining cats and dogs.
Die Ideen für diesen Tag gingen daher auseinander: Einige suchten trockene Zuflucht in Museen, den Gewächshäusern des Botanischen Gartens oder in Einkaufszentren. Andere hofften auf besseres Wetter in Weimar oder Erfurt.
Die Hartgesottenen dagegen wagten mit Regenschirm und Regenkleidung dennoch eine kurze Etappe auf der SaaleHorizontale – von Beutnitz zur Landessternwarte im Wald von Tautenburg. Trotz des Regens wurde die Flora bestaunt: Maiglöckchen, Purpur-Knabenkraut und wilde Pfingstrosen.
Eine Führung durch die Sternwarte ließ erahnen, dass wir nicht gerade der Mittelpunkt des Universums sind. Wir hörten von Schwarzen Löchern, Dunkler Materie und Dunkler Energie. Außerdem erfuhren wir, dass Astrophysiker Signale aus dem Weltall nicht nur mit Licht (elektromagnetischer Strahlung), sondern weltweit auch mit Radiowellen auswerten – etwa auf Teneriffa oder in Chile. Das Nonplusultra sind jedoch die Gravitationswellen, deren Existenz bereits Einsteins Relativitätstheorie vorhergesagt hatte.
Leider konnte uns der Sternwartenführer das Ende des Weltalls nicht zeigen. Eine Information war jedoch beruhigend: Unsere Sonne, die uns Licht und Wärme spendet, wird erst in etwa 900 Millionen Jahren deutlich an Strahlkraft verlieren. Das gibt Hoffnung …
Am letzten Tag besuchten wir noch Weimar – inklusive Stadtführung und gemeinsamem Abschiedsessen.
Die Führungen in Jena und Weimar machten deutlich, was beide Städte bis heute so attraktiv macht: auf der einen Seite das „Optical Valley“ mit den traditionsreichen Firmen Zeiss und Schott, auf der anderen Seite die große kulturelle Vergangenheit mit Goethe und Schiller, Herder, Bach und Liszt.
Alles in allem war es eine interessante, abwechslungsreiche und heitere Querbeet-Wanderwoche in, über und um Jena.
Organisation: Willy
Text: Entwurf Willy, Ausarbeitung Katharina
Bilder: Hauptsächlich Daniel, auch Katharina und Bärbel



































































































































































