Wolfsschlucht und Teufelskirche 

31.01.2026

 

Winterwanderung Räthsandsteinschluchten, Raubritter, der Teufel und gefrorene Wasserfälle im Nürnberger Land.

Mit dem Zug morgens nach Ochenbruck. Von Ochenbruck sollte es durch tiefwinterliche Landschaften gehen …durch Sandsteinschluchten, an gefrorenen Wasserfällen vorbei nach Altdorf. Knapp 20  QB’ler freuten sich auf diese Wanderung und der „Eiszapfenwelt“. Aber daraus wurde nichts. Dauerschneefall am Tag zuvor und der insbesondere der damit verbundene flächendeckende Schneebruch machten diese Exkursion nicht nur unmöglich sondern auch lebensgefährlich. An einen solchen Schneeschaden kann sich keiner erinnern.

Da die Tage schon wieder wärmer wurden, planten wir am darauffolgenden  niederschlagsfreien Samstag bei Temperaturen um die null Grad und in der Hoffnung das die „Eisfälle“ noch zu sehen sind einen neuen Anlauf. Kurzfristig kamen doch noch 8 (mutige) QuerbeetlerInnen zusammen, ausgerüstet mit festen Bergschuhen und Stöcken, und machten sich auf den Weg. Sie sollten nicht enttäuscht werden – es gab sie noch die eisigen Wasserfälle, auch wenn sie teilweise schon der Erwärmung zum Opfer gefallen waren. Das Gehen war anspruchsvoll, teilweise „ungespurt“ im 30 cm hohen schweren Schnee und immer wieder über um gestürzte  Bäume oder Baumteile herum. Von Ochenbruck wanderten wir nach Rummelsberg. An der Bergkuppe besuchten wir die im Jahre 1927 im romanischen Stil erbauten Philippuskirche. Das Café in Rummelsberg hatte zum Leidwesen von Reiner am Samstagvormittag nicht offen. Weiter führte führt die Route durch den Thanngraben und an mächtigen Sandsteinfelsen entlang bis nach Altenthann. Die dortige Kirche St Veit war offen (nicht jedoch das Gasthaus) und so nutzten wir die Gelegenheit für eine kleine Mittagsvesper in der Kirche unter dem wachsamen Auge Gottes. Die Vesper bewog Christoph auch die Kirche zu besuchen. Bald erreichten wir, gestärkt und gewärmt  mit dem Wohlwollen Gottes den Abzweig zum Wasserfall In der Wolfsschlucht. Der Weg dorthin erforderte alle Aufmerksamkeit zwischen Eis und Schnee, Wasser, dicken Stämmen und was sonst noch der Schnee abgebrochen hatte. Aber es sollte sich lohnen, auch wenn ein Teil der Eiszapfen nicht überlebt hatte. Zurück vom Abstecher erreichten wir bald die gefasste Sophienquelle und kurz darauf Grünsberg. Dort hatten wir einen kurzen Einblick in die Burganlage. 

Weiter Richtung Altdorf geht der ursprüngliche Weg durch die wilde Teufelsschlucht. Dieser ist aber ist seit  Jahren gesperrt und auch nicht ratsam –  insbesondere wegen der aktuellen Situation. So ging es auf einen Pfad, der erst nicht ersichtlich war, steil hinauf zum Schluchtenrand. Aber auch so kamen wir zur Teufelskirche mit ihren eindrucksvollen noch gefrorenen Wasserfällen am Ende der Schlucht.

Nächstes Ziel sollte die Teufelshöhle bei Prackenfels sein; diese war aber witterungsbedingt nicht zugänglich. Am Ende bogen wir (ich) auf offener Fläche (alles in weiß – whiteout) etwas falsch ab und mussten so unnötigerweise bergauf noch durch tiefen Schnee stapfen. Der Mehrweg hielt sich in Grenzen – aber die Waden machten sich bei einigen schon bemerkbar 😉.

Es war eine anspruchsvolle aber eben auch vielfältige tiefwinterliche Wanderung mit knapp 16 Kilometern und etwa 350 Hm. Insgesamt brauchten aufgrund der Wegbedingungen doch mehr Zeit und  kamen dann fast schon zur Abendessenzeit in Altdorf an. Dort in der Nagelschmiede gab es  – obwohl nicht reserviert – einen großen runden Tisch für uns.

Die Nagelschmiede ist eine zu empfehlende Einkehr- sei das Ambiente, der Service, die Qualität, aber auch das umfangreiche und ungewöhnliche Speisenangebot welches man kaum mehr in Restaurants findet. Der Bahnhof in Altdorf war nur 19 Minuten entfernt. Die Bahn brachte uns 8 zufriedene, leicht erschöpfte Wanderer, wieder zurück.

Organisation, Bericht und Bilder